Alternative Mittel gegen Zecken

Alternative Mittel gegen Zecken
Wir sind mittendrin, in der Zeckenzeit, und auf der Suche nach alternativen, biologischen Mitteln gegen Zecken, die die unbarmherzige, aber trotzdem nicht immer wirksame Chemiekeule verschiedener Hersteller (z.B. Frontline, ExSpot, Advantix, Scalibor) ablösen können. Besonders viele Alternativen gibt es nicht gegen die elenden Parasiten – drei davon wollen wir euch in einer kleinen Serie vorstellen. Denn schon alleine die Liste der Warnungen auf den Packungsbeilagen – nicht nur für das Tier, sondern auch für uns und die Umwelt – macht Eindruck. Und zwar keinen guten.
Die erste Bio-Alternative, mit der man meistens Bekanntschaft macht, ist Knoblauch. Knoblauch hinterlässt nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren eine angenehm duftende Fahne und soll sich so auch auf Parasiten wie Zecken und Stechmücken negativ auswirken. Darüber hinaus soll es verjüngend wirken und ältere Hunde fit machen.
Genau wie viele auf die Wirkung der Knobiknolle schwören, findet man allerdings immer mehr Warnungen, dass Knoblauch für Hunde giftig sei. Ganz so schwarz sieht es aber nicht aus.

“Die Dosis unterscheidet das Gift vom Heilmittel.”
Paracelsus

Die Menge macht’s: so ist es auch beim Knoblauch. Er ist ein Zwiebelgewächs. Zwiebeln sind für Hunde, egal ob in getrockneter, frischer oder gekochter Form, hochgiftig. Grund dafür sind die enthaltenen Schwefelverbindungen Allylpropylsulfid und N-Propyldisulfid, die bei Hunden eine lebensbedrohliche Blutarmut (Anämie) hervorrufen können, indem sie rote Blutkörperchen zerstören.
Derartige Schwefelverbindungen sind auch im Knoblauch enthalten, der allerdings im Allgemeinen als weniger giftig gilt. Bei geringen Dosierungen im Verhältnis zum Körpergewicht des Hundes oder gar bei äußerlichen Anwendungen (Knoblauchpulver ins Fell), sollte die Knolle sich eher positiv als negativ auswirken.
Futtermittelhersteller, die Knoblauch in ihren Produkten verarbeiten, entschwefeln den Knoblauch in vielen Fällen sogar, was das Risiko einer Vergiftung minimiert. Im Zweifelsfall einfach mal nachfragen.
Wirksamkeit von Knoblauch gegen Zecken

Es scheiden sich die Geister, ob Knoblauch nun wirklich hilft oder nicht. Wir haben unserem Wald- und Wiesenhund Chili eine Zeit lang Knoblauch-Ecken und Knoblauchstangen gegeben und hatten mit Zecken tatsächlich kein großes Problem. Ebenso sind wir selber fröhliche Knoblauch-Esser und haben, trotz zahlreicher Wald- und Wiesengänge kaum mal eine Zecke an uns gefunden. Zufall oder nicht.
Zecken haben zwar keine Nase, orientieren sich dank des sogenannten Hallerschen Organs aber trotzdem über den Geruchsinn und finden hauptsächlich über Buttersäure und Ammoniak ihren Wirt. Denkbar, dass sie Knoblauchgeruch einfach ekelhaft finden oder den Träger nicht in ihre Zielgruppe einsortieren.
Eine wissenschaftliche Studie

Eine Studie der Lund Universität in Malmö zeigt aber ein ähnliches Ergebnis: Getestet wurden 100 schwedische Soldaten, von denen die Hälfte täglich 1200 mg Knoblauchpulver, die andere Hälfte ein Placebo zu sich nahm. Nach 8 Wochen wurden die Gruppen getauscht.
Von 286 Zeckenstichen im Testzeitraum fiel der deutlich größere Teil auf diejenigen zurück, die keine Knoblauchfahne hatten. Völlig verschont blieb hier allerdings niemand.

Man hört immer wieder auch von Hunden, bei denen die Zugabe von Knoblauch absolut gar nichts bewirkt hat. Generell gibt es scheinbar welche, die mehr, und welche, die weniger anziehend auf die unschönen Parasiten wirken.

Dennoch: Bevor man zu einem starken chemischen Mittel greift, das durchaus verheerende Nebenwirkungen haben kann, ist der Griff zur Knolle einen Versuch wert. Es gibt Knoblauch speziell für Haustiere auch als Granulat und Pulver, somit ist der Einsatz von frischem Knobi nicht zwingend notwendig.